Heute mal – Tauchen

Tauchen - Tipps von Diverettes

Warum hast Du dich entschieden Tauchen auszuprobieren?

Eigentlich hatte ich damals gar keine andere Wahl. Das war 1993 und ich backpackte als 13-jährige mit meiner Mutter durch Thailand. Ko Tao war damals nicht mehr als eine fast einsame Insel mit nur ein paar Tauchschulen. Wir landeten dort und hatten die Wahl: entweder wir machen einen Tauchkurs und bekommen ein Zimmer oder wir haben kein Dach über dem Kopf. Also machten wir unseren Tauchschein und es war ein einzigartiges Erlebnis! Trotzdem konnte ich aber nicht dranbleiben und so vergingen 14 Jahre bis ich dann nochmal meinen OWD machte – diesmal in Kambodscha mit einer Freundin. Ich hatte immer noch diese tollen Bilder von bunten Korallenriffen im Kopf und plötzlich wieder vor meinen Augen, es war unglaublich.

Was macht 'Tauchen' so besonders für dich?

Der Moment, wenn Du ins Wasser springst und langsam abtauchst. Das Gefühl von Schwerelosigkeit stellt sich ein, Du kannst Dich in alle Richtungen bewegen – und um Dich herum: Ruhe! Nur ein bisschen Blubbern und das Knacken, wenn Fische ein Stück Koralle abbeißen. Du siehst unglaubliche Landschaften unter Wasser, schillernde Farben und Wesen, die Dir manchmal wie Außerirdische vorkommen. Und je länger ich tauche, desto bewusster nehme ich die Unterwasserwelt wahr. Wie die Unterwasserlebewesen miteinander interagieren, wer wo typischerweise lebt und wo man suchen muss, um das zu finden, was dem Auge zuerst verborgen bliebt.

Was würdest Du anderen raten, die gerne 'Tauchen' ausprobieren wollen aber keine Zeit oder sogar Angst davor haben?

Tauchen probiert man am besten im Urlaub aus, an einem warmen Ort mit schöner Unterwasserwelt. Wer vor sich ein riesiges Aquarium hat, vergisst meist schon viel von seiner Angst. Ansonsten ist es wichtig, sich einer guten Tauchschule anzuvertrauen, also am besten schon vorher im Internet zu recherchieren oder vor Ort mit anderen Urlaubern zu sprechen. Wenn Du Dir noch nicht sicher bist, ob Tauchen das richtige für Dich ist, kannst Du bei jeder Tauchschule auch ein Schnuppertauchen machen. Achte darauf, dass maximal zwei Taucher dabei sind! Es gibt Tauchcenter, die nur auf’s Geld schauen und mehr Neulinge mit unter Wasser nehmen, das verursacht aber lediglich Stress. Ein Schnuppertauchgang sollte maximal 5 Meter tief gehen und der Tauchlehrer immer an Deiner Seite sein, dann kann auch wirklich nichts schief gehen und Du kannst Dich langsam ran tasten. Es hilft auch vorher mal geschnorchelt zu sein.
Du kannst aber auch in Deutschland schon mal das Atmen unter Wasser ausprobieren. In fast jedem Kreis gibt es Tauchvereine, die sich über Google finden lassen und Dir sagen können, wo Du mal schnuppertauchen kannst.

Stellst Du bei dir eine positive Veränderung durch das 'Tauchen' fest?

Absolut. Ich bin sehr viel ruhiger und entspannter geworden. Im Wasser sowieso, doch Tauchen hat etwas Meditatives das definitiv nachwirkt. Nachdem ich von meinem ersten intensiven Tauchurlaub zurück in meinen hektischen Berateralltag gekommen bin, habe ich in besonders stressigen Situationen einfach meinen „Tauchgang durch einen wunderschönen Korallenriff”-Film im Kopf abgerufen. Das hat mich direkt wieder ruhiger gemacht. Und letztendlich habe ich durch das Tauchen mein Leben komplett umgekrempelt, Job gekündigt, ins Ausland gezogen und lebe und blogge nun als Tauchlehrerin – ich würde sagen, dass ist eine ziemliche Veränderung. Soweit muss natürlich nicht jeder gehen – aber wenn Dir jemand blöd kommt, denk einfach „I can breathe underwater – what’s your superpower?“

Was sind deine persönlichen Highlights beim 'Tauchen'?

So schön die Farben auf den ersten paar Metern sind, ich liebe es tief zu tauchen! Wenn Du von 30 oder 40 Metern an einer Riffwand entlang aufschaust und ganz oben das Glitzern der Sonne über den Wassermassen siehst, das ist schon wahnsinnig beindruckend. Und da unten findest Du mit etwas Glück Haie und andere Großfische. Mein Highlight war ein Tauchgang am Elphinstone Reef in Marsa Alam, Ägypten. 40 Meter und 5 Hammerhaie, die uns neugierig 15 Minuten begleitet haben. Dazu noch große Thunfische, Napoleon und eine riesige Schule von Snappern. Wirklich einzigartig!
Nicht ganz so tief, aber vom Lichtspiel auch immer wieder toll sind Canyons durch die langsam hindurch tauchst. Besonders beeindruckend ist das in Mexiko, wo Du die so genannten Cenoten – ein mit Frischwasser gefülltes unterirdisches Höhlensystem – betauchen kannst. Wunderschön! Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene, meine bisherigen Top Tauchspots sind auf Malta, La Palma, Caye Caulker, Marsa Alam und Bali – du kannst Dir gerne Inspirationen und Tipps in meinem kostenlosen eBook einholen.

Eignet sich ‚Tauchen‘ überhaupt als Microadventure?

Natürlich ist eine Woche Tauchurlaub schon ein bisschen mehr als ein Microadventure, aber mit Ägypten, Malta und den kanarischen Inseln haben wir einige schöne Tauchziele in nicht mal 5 Flugstunden Entfernung. Das geht auch mal abseits des lang geplanten Jahresurlaubs.
Tauchen kannst Du jedoch auch in Deutschland. Die Seen mögen nicht ganz so farbenfroh sein wie Korallenriffe, haben aber trotzdem ihren Reiz. Ich kenne viele Taucher, die am Wochenende oder auch nach Feierabend im Sommer schnell mal in den See springen.
Für Anfänger gibt es auch einige Indoor Tauch-Center, z.B. das monte mare in Rheinbach bei Bonn. Hier ist es angenehm warm und Du kannst Dich erstmal etwas ausprobieren – oder nach Deinem Tauchschein Deine Fähigkeiten üben. Abschalten vom Alltag wirst Du auch hier auf jeden Fall!

 

Katharina Becker
Diverettes, der Blog für Taucherinnen und Reisende (www.diverettes.de)

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saddi

Founder

Onlinemagazine about Microadventures

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