Mitfahrgelegenheit: Steige niemals in fremde Autos..oder doch?

Mitfahrgelegenheit

Es ist 1996, deine Freundin ist weg und bräunt sich, in der Südsee, nein…“, tönt es aus dem Radio – „cool, einer meiner Lieblingslieder“, sagt Steph hinter dem Steuer. Steph ist meine Fahrerin, ich sitze neben ihr auf dem Beifahrersitz. Wir kennen uns nicht.

Es ist Donnerstagabend, Steph hat noch immer keinen Plan, wie sie von Dortmund nach Hamburg kommen soll, Zug ist zu teuer, eine passende Mitfahrgelegenheit findet sie nicht, also entscheidet sie sich kurzfristig selber zu fahren. 3,5h Autofahrt – alleine – nervig – also bietet sie ihre Fahrt bei BlablaCar an. Prompt meldet sich jemand.

Ich muss von Dortmund nach Hamburg. Also, kostenlos bei BlaBlaCar registrieren und günstig von A nach B fahren.

Kurzfristig finde ich eine Mitfahrgelegenheit, die zeitlich super in meinen Plan passt. „Steph, x Plätze verfügbar“ – „Top!“. Ich schreibe Steph kurz an, lasse mir fix die Verfügbarkeit und den Treffpunkt bestätigen und das war’s. Freitag, 15:00 Uhr treffen wir uns.

An dem Treffpunkt angekommen, fährt der blaue Ford auch schon um die Ecke. Steph steigt aus und begrüßt mich freundlich. „Sympathisch“, denke ich mir aber „au backe, wir sind nur zu zweit. Eigentlich will ich dösen, nichts sagen, chillen – hoffentlich will sie nicht reden“.

Kurzer Begrüßungsschnack, etwas BlaBla und los geht’s.
„Sie hat schon mal einen guten Musikgeschmack“, denke ich.

Kann man mit Menschen, die man nicht kennt, freier sprechen, frage ich mich?

Wir unterhalten uns! Und so unterhalten wir uns über Gott und die Welt. Wir sprechen über Träume und Wünsche. Was willst Du eigentlich in deinem Leben machen – was steht auf deiner persönlichen Bucket-List? Wo siehst Du Grenzen und was machen sie aus dir? Was bedeuten Konventionen für dich und ist „ausbrechen“ eine gute Methode und wofür schlägt eigentlich dein Herz? Wie gehst Du mit Ängsten um und wie stellst Du dir dein Leben vor, wenn Du gedanklich grenzenlos sein dürftest, was wäre dein Wish?

Es ist ein unglaublich ehrliches Gespräch, dabei kennen wir uns ja gar nicht. Mir wird schnell klar, dass ich mein geplantes Nickerchen und „dösen“ nach hinten verschieben muss. Zu interessiert bin ich an ihren Gedankengängen. Wir sprechen über alltägliche Herausforderungen, über Mut und Dinge, die einfacher in dein Leben integrierbar sind. Steph ist ein Verfechter von Avicenna. Witzigerweise kommt die Ernährungsform aus Pakistan sowie meine Wurzeln auch. Ich kannte es bislang nur nicht. Avicenna beruht auf auf den Lehren der Ayurveda und der chinesischen Medizin. Ich persönlich bin ein totaler Fan der Ayurveda, höre begeistert zu und probiere gerne unbekannte Dinge aus.

Good things happen when you meet strangers

Ich merke, dass Begegnungen besonders sein können, auf eine unkonventionelle Art und Weise – ganz unverhofft.

Steph und ich treffen uns noch am selben Wochenende auf einen Kaffee in Hamburg und wenn ich wieder nach Dortmund fahre, besuche ich sie und wir kochen, essen gemeinsam und haben einfach einen guten Schnack.

 

saddi

Founder

Onlinemagazine about Microadventures

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