Ein Wohnzimmerkonzert als perfektes Microadventure

Wie kamt ihr auf die Idee SofaConcerts und was ist das genau?

SofaConcerts ist eine Onlineplattform, die Musiker aus der Independent Szene mit Musikfans direkt vernetzt und ihnen die Möglichkeit gibt, selber Konzerte zu organisieren. Das Ganze ist tatsächlich aus einem Wohnzimmerkonzert entstanden. Meine Mitgründerin Miriam und ich kennen uns schon seit Schulzeiten und obwohl wir zwischendurch auch mal in unterschiedlichen Städten waren, haben uns Konzerte und Musik immer verbunden. So kam es, dass wir auch gemeinsam auf einem Wohnzimmerkonzert in Heidelberg waren. Das war unglaublich schön.

Musiker und Fans kommen auf engem Raum zusammen und schaffen eine unglaublich intensive und schöne Atmosphäre.

Letztlich hat uns das angeregt nachzuforschen, warum es Wohnzimmerkonzerte nicht häufiger gibt. Als wir feststellten, dass es hierzu keine Vernetzungsplattform gibt, haben wir eben eine geschaffen.

Was ist denn genau ein Wohnzimmerkonzert und warum funktioniert das so gut?

Ein Wohnzimmerkonzert lässt sich ziemlich einfach organisieren.
Man stellt einen Raum zur Verfügung, lädt seine Freunde ein, hat einen Musiker und dann kann es auch schon losgehen. Der Musiker bringt dabei alles selber mit, was er braucht – meistens ist es die Gitarre 🙂 Ein bisschen Lagerfeuerstimmung im eigenen Wohnzimmer.

Wir leben in einer Generation der Onlineplattformen, wo Angebot und Nachfrage zusammenkommen. In anderen Branchen wie Couchsurfing, AirBnB, Mitfahrgelegenheiten funktioniert das schon super und so haben wir mit SofaConcerts die Vernetzungsmöglichkeiten auch für die Musik Branche geschaffen.

Wenn ich mich nun bei SofaConcerts anmelde, wie funktioniert eure Plattform für Gastgeber und Musiker?

Man erstellt als Künstler oder Gastgeber zu allererst ein Profil. Als Künstler kann man Demotapes oder Videos hochladen, kann angeben wo man schon gespielt hat und wie viele Wohnzimmerkonzerte man gegeben hat. Nach jedem Konzert wird der Musiker bewertet, sodass der Gastgeber auch die Erfahrungen anderer einsehen kann. Wenn du dich als Gastgeber anmeldest, bietest du deinen Raum als Konzertfläche an. Das können WG-Küchen, kleine Lädchen, Boutiquen, Galerien oder auch Treppenhäuser sein – es muss gar nicht viel Platz sein, 20 qm reichen da schon aus. Du gibst an, wann du gerne Konzerte veranstalten willst, kannst Bilder hochladen und wirst als „Bühne“ gelistet.
So hat der Gastgeber auch die Möglichkeit von Musikern gefunden zu werden, die z.B. gerade auf Tour sind. Heute in Hamburg, in zwei Tagen in Frankfurt und dazwischen wollen sie gerne ein Wohnzimmerkonzert geben. Die Musiker bewerben sich dann bei dem Gastgeber.
Wir haben aktuell 16 unterschiedliche Nationalitäten auf unserer Plattform. Gastgeber und Bühnen in Brasilien, Griechenland, USA und natürlich Deutschland – da findet sich also immer was.

Wie läuft die Bezahlung ab?

Bei unserem Buchungssystem wird von vornherein geklärt, was für eine Gage es gibt. Wir unterscheiden zwischen Festgagen oder Mindestgagen. Mindestgagen (z.B. 200 €) werden bei uns als Pfand hinterlegt. Wenn der Künstler nach seinem Wohnzimmerkonzert den Hut rumgibt und dort mehr als die vereinbarte Mindestgage drin ist, darf er den Überschuss behalten. Sollte da aber weniger drin sein, erhält er in jedem Fall die vereinbarte Mindestgage. So ist es ein ganz guter Kompromiss, dass der Gastgeber nicht alles aus eigener Tasche zahlen muss und der Künstler auf jeden Fall eine Gage erhält.
Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, dass keine Mindestgage im Vorfeld ausgemacht wird. Das muss dann aber explizit vom Künstler vorgeschlagen werden.

Warum eignet sich SofaConcerts für das perfekte Microadventure?

Das Coole an SofaConcerts ist, dass es so schön in den Alltag integrierbar ist. Ich muss nicht nicht lange und groß planen. Ich lege mich einfach auf einen Tag fest und kann dann direkt losgehen. Künstler auswählen, Zahlungsmodalitäten klären, Leute einladen, mache die Tür auf und genieße einen schönen Abend.

Es ist kein großer Aufwand und auch eine unverfängliche Art unterschiedliche Freundeskreise zu mixen, weil das Erlebnis einfach im Mittelpunkt steht.

Jedes Konzert ist immer einzigartig, die Dynamik ist immer anders, jedes Mal sehr individuell. Woher kommt der Song, warum wurde er geschrieben – die Abende sind jedes Mal sehr persönlich und unverwechselbar. Als Gastgeber erlebt man seine eigene Wohnung auch mal ganz neu. Wirklich ein Geben und Nehmen von beiden Seiten und man ist sehr dankbar dafür.

Wenn Du nicht auf einem Wohnzimmerkonzert bist, was sind deine 3 heißen Tipps, um mal aus der Routine auszubrechen

Ich gehe sehr gerne laufen – am liebsten mit anderen Leuten, weil es sonst zu schnell langweilig wird. Ich finde es auch einfach schön die Stadt zu erlaufen und zu entdecken. Zudem mache ich gerne Wochenendtrips, am liebsten Freunde besuchen. Ich koche sehr sehr gerne – auch am Liebsten mit Freunden
Da ich aber auch sehr viel unterwegs bin, schätze es sehr mal zu Hause zu sein.

Wenn Du bei 'Wünsch-dir-was' wärest, what’s your catchAwish?

Ich glaube ich würde mir einen Bulli wünschen und einfach ein halbes Jahr ohne Verantwortung durch Europa tingeln und Freunde und Bekannte besuchen. Einfach mal abschalten und mich treiben lassen.

 

Marie-Lena Arvingen & Miriam Schütt
Gründerinnen
SofaConcerts Your music. Your city. Your home.(www.sofaconcerts.org)
saddi

Founder

Onlinemagazine about Microadventures

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