From fast to slow – zu Fuss unterwegs sein

zu fuss unterwegs sein

'From fast to slow' - bekommt bei Dir eine ganz neue Bedeutung. Warum ist 'zu Fuss' unterwegs sein dein perfektes Microadventure?

Mir ist es wichtig, zu Fuss unterwegs zu sein. Es gibt ein Zitat von Ilija Trojanow, einem deutschem Schriftsteller bulgarischer Abstammung, der auch ein leidenschaftlicher Wanderer ist. Er philosophierte: „Wer einmal das Versprechen seiner Schritte erkundet hat, der hat eine neue Einstellung zur Entfernung.
Das trifft es mich für recht gut.

Die Herausforderung ist es, in unserem hektischen Alltag die Langsamkeit wieder zu entdecken. Nicht nur zu entdecken, sondern auch tatsächlich zu leben. Sich selbst und die eigene Ungeduld, Ruhe, Hektik, soweit herunterzufahren, dass man es geniessen kann, zu Fuss unterwegs zu sein. Das fällt am Anfang ganz schön schwer. Man denkt nur daran, schnell wieder anzukommen, weil dieses und jenes noch ansteht oder erledigt werden muss.

Wenn man es aber schafft, das Langsame geniessen zu können, macht man nicht nur wunderbare Erfahrungen, sondern staunt, wie weit man eigentlich in einer Stunde gehen kann.

Bei jedem Schritt das Drumherum abseits des Weges die Eindrücke richtig aufnehmen zu können. Von den Menschen, die mir begegnen, aber auch von Natur und Landschaft. Natürlich auch von mir selbst. Mit sich selbst ins Reine zu kommen, zum Beispiel nach stressigen Tagen oder bei Problemen, ist ein Microadventure für sich. Zu Fuss unterwegs zu sein hilft mir da ausgezeichnet. Die besagte Entfernung, die ich durch meine eigenen Schritte erreiche, hilft, das Geschehen mit dem notwendigen Abstand zu betrachten – und anzugehen oder zu lösen.

Eine weitere Möglichkeit für ein Microadventure: Die Lust und die Neugier, neue Wege zu erkunden oder in Gebieten unterwegs zu sein, die man nicht kennt. Auch eigene Grenzen auszuloten. Einfach mal mit Karte und Kompass loslaufen und erfahren, wie man selbst auf das Unbekannte reagiert.

Welche besonderen Entdeckungen machst Du zu Fuss?

Ich liebe es, mich in der Natur aufzuhalten und diese zu beobachten. Die Kleinigkeiten zu entdecken. Die besondere Blüte einer Blume, das frische Grün der Bäume, das kleine Tier, welches meinen Weg kreuzt.

Nur wer geht, sieht die Mäuse.

Ein schöner Satz vom Maler Paul Klee, der es perfekt trifft.

Ebenfalls interessant ist es, mal wieder in der eigenen Stadt unterwegs zu sein. Nicht das Auto nehmen oder das Tram. Sondern nach Hause gehen. Und mal bewusst nach rechts, links, oben oder unten schauen. Könntest Du genau sagen, wie die Häuser in der Nachbarschaft aussehen? Sich die Zeit zu geben für bewusstes Erleben ist eines der Geheimnisse, zu Fuss unterwegs zu sein.

Die besonderen Entdeckungen, die man zu Fuss macht, sind die, die man so nicht erwartet. Mit denen man nicht rechnet. Die man auch nur entdeckt, weil man langsamer unterwegs ist und den Sinnen Zeit gibt, zu beobachten und wahrzunehmen. Neue Perspektiven zu gewinnen und andere Blickwinkel kennenzulernen.

Faszinierend ist es auch, die eigene Gefühlswelt zu entdecken. Sich mit sich selbst auseinandersetzen, aber auch die vielen Eindrücke zu verarbeiten, die einem unterwegs begegnen.

Das ist oft eine Mischung aus Freude, Ekstase, Rebellion, Traurigkeit und unbändiger Energie.

Ein riesiges Glücksgefühl, wenn man es dann erlebt hat.

Bewusstes Erleben - wie wirkt sich dein Lifestyle auf andere Bereiche deines Alltags aus?

Ich erlaube mir, mir mehr Zeit zu nehmen, für die Dinge, die mir Spass machen und wichtig sind. Ich habe gelernt, dass es mir guttut, mich in der Natur aufzuhalten, zu wandern oder spazieren zu gehen. Dass ich danach alle meine Energiespeicher wieder aufgefüllt habe, dass Körper und Geist sich wieder wohlfühlen.

Das bewusste Erleben sorgt auch dafür, eins nach dem anderen zu machen.

Genauso wie man einen Schritt nach dem anderen macht, wenn man geht. Nicht mehr alles gleichzeitig machen, auch mal nein sagen. Zu sich selbst oder auch zu anderen.

Gleichzeitig ist eine gewisse Neugier erwachsen. Eine Neugier auf das Unbekannte, auf neue Eindrücke. Es macht so viel Freude, beobachten zu können und Neues zu entdecken.

Und, darauf bin ich auch ein bisschen stolz, weil es anfangs Überwindung kostete: ich laufe jetzt auch hin- und wieder zum einkaufen. Fast 40 Minuten hin und zurück und lasse dafür das Auto stehen. Ich habe bemerkt, wie mir das gerade an stressigen Tagen sehr geholfen hat, mich runterzufahren.

Alles in allem bin ich ruhiger geworden. Sehr viel ruhiger.

 

Jana Wessendorf
zuFussunterwegs. Das Lebensgefühl zu Fuss unterwegs zu sein, sei es im Alltag, auf Reisen, in der Natur oder beim Wandern.  (www.zufussunterwegs.com)

 

saddi

Founder

Onlinemagazine about Microadventures

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